Rad-Reisen: Donau-Bodensee I

Gestrandet, bevor es los ging: Der gebuchte Zug ausgefallen, ein 2-Euro-Gutschein der Bahn (den das Café in Münsters Hauptbahnhof nicht akzeptiert) soll die Wartezeit überbrücken (18.7.2018; Foto: Klare)
Gestrandet, bevor es los ging: Der gebuchte Zug ausgefallen, ein 2-Euro-Gutschein der Bahn (den das Café in Münsters Hauptbahnhof nicht akzeptiert) soll die Wartezeit überbrücken (18.7.2018; Foto: Klare)

Ein schwieriger Start

Elektroantrieb fürs Reiserad? Nicht nötig. Gepäcktransfer ins nächste Hotel? Nicht möglich. Extrem wenig Gepäck? Nicht sinnvoll. Darin sind sich die beiden Freunde einig, wenn sie ihre jährliche Sommer-Radtour planen.

In Langtext übersetzt:

Die Kondition ist gut genug, um sich nicht mit dem Mehrgewicht für Akku und Antrieb zu belasten. Und mit ein paar unbequemen Fragen. Reicht der Akku bis zum Ziel, auch wenn der Abstecher zur Basilika Vierzehnheiligen ganz steil rauf geht? Erlaubt die Unterkunft das Aufladen des Akkus im Zimmer? Nicht jedes Hotel ist damit einverstanden, Akkus sind nun mal nicht ungefährlich, und nicht jede Hotel-Elektroinstallation hält das aus.

Auch Gepäcktransfer verdirbt nur das Vergnügen. Perfektionisten planen Monate vorher jede Tagesetappe akribisch durch und buchen alle Nachtquartiere, zu denen ein Dienstleister das Gepäck transportiert – sie müssen immer fahren und ankommen, egal ob Ihnen etwas ungeplant Sehenswertes begegnet oder eine Gewitterfront. Wer mit Genuss radreisen will, sucht sich unterwegs seine Quartiere; Pessimisten nehmen vorsichtshalber ein Zelt mit. Die Erfahrung zeigt, dass auch in der Hauptferienzeit immer noch spontan ein Zimmer zu bekommen ist; mit Glück vermittelt das örtliche Tourismusbüro preiswerte Privatzimmer, manchmal recht unkonventionell, oft spannend.

Auch wenn man das Gepäck selbst auf dem Rad bewegt und damit jedes Gramm zählt, ist weniger nicht immer mehr. Natürlich kann man mit Minimalgepäck in winzigem Rucksack durchs Land kommen. Aber den historischen Stadtkern in schreiend warnfarbenem Radtrikot besichtigen, anrüchig-verschwitzt essen gehen, weil man nichts zum Wechseln mit hat? Da sollte die Packliste doch schon etwas länger sein.

Mit dieser Ausrichtung ging es im Juli 2018 los. Natürlich war auch eine weitere Frage vorher ausgiebig diskutiert worden: Wo waren wir noch nicht mit dem Rad? Und welche Start- und Zielorte sind mit der Bahn zu erreichen, mit Gepäck und Rad? Die Wahl fiel auf Donau-Bodensee: Von Ulm zum Bodensee (Bikeline-Führer „Donau-Bodensee-Weg“) und einmal um den See herum (Bikeline-Führer „Bodensee-Radweg“).

Aber bevor es richtig los gehen konnte, war die Anreise von Münster zum Startort Ulm zu bewältigen. Ein Abenteuer – nein, nur das ganz normale Chaos mit der Deutschen Bahn.

Hotel am Rathaus in Ulm

So konnten die beiden Freunde sich beglückwünschen, dass sie für ihren Start in Ulm noch ein Hotelzimmer gebucht hatten; für einen Start noch am selben Tag war es dank Bahn zu spät geworden. Direkt hinter dem historischen Rathaus mit Blick auf den Marktplatz – ein buntes Bild mit den vielen Tischen und Sonnenschirmen, aber doch für eine nicht geringe Lärmkulisse bis Mitternacht gut.

Im Ulmer Fischer- und Gerberviertel (18.7.2018; Foto: Klare)

Im Ulmer Fischer- und Gerberviertel (18.7.2018; Foto: Klare)

Der Rundgang durch das Fischer- und Gerberviertel lohnt auf jeden Fall, auch wenn am Abend nicht mehr all zu viel Zeit dafür bleibt. Touristen kommen jedenfalls auf ihre Kosten und finden ohne Schwierigkeit einen Platz zum gemütlichen Essen.

Lokal im Fischer- und Gerberviertel (18.7.2018; Foto: Klare)

Lokal im Fischer- und Gerberviertel (18.7.2018; Foto: Klare)

(Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 27.1.2019.)

(Die Fortsetzung dieses Reiseberichts finden Sie hier.)