Kreidepunkte markieren die Plätze für die Zuhörer im Museumspark (18.10.2020; Foto: Henning Klare)
Unsere Corona-Sünden
Einkaufen, und der Mitbürger rückt einem auf die Pelle? Vor einem Jahr war das noch ein ganz alltäglicher Vorgang und nicht der Rede wert. Jetzt geht man mit Maske zum Einkaufen, fasst den Pflicht-Einkaufswagen mit Handschuhen an oder benutzt Desinfektionsmittel, stellt sich mit Abstand vor die Brottheke – und dann kommt er. Groß und massig, bedrängt einen der Kerl, ….
Mal wieder hat es gekracht, wieder ist eine unbeteiligte Frau auf furchtbare Weise ums Leben gekommen, und wieder waren es junge Männer in viel zu schnellen Autos, ….
Still und leise kommt der Herbst nach Hiltrup, und der VorLeseClub sagt nichts dazu – das geht nicht, sagten sich die Vorleserinnen und Vorleser, auch wenn Corona dem öffentlichen Vorlesen eine Maske vorschiebt. Unterricht und Einkaufen werden digital, die Kultur steht da nicht zurück. „Herbst – die Blätter fallen wie von selbst“ ist das Oktober-Programm des VorLeseClubs und jetzt online verfügbar. ….
Amazon-Bewertungen gehören allzu oft in die Sondermüll-Entsorgung. Inzwischen weiß man das. Im besten Fall ist die Bewertung belanglos, wenn sie den guten Pappkarton lobt und die Geschwindigkeit des Paketdienstes. Auch wenn deklariert ist, dass die Ware kostenlos zur Verfügung gestellt, dem Bewerter also geschenkt wurde, ist die Interessenlage klar; dem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Etwas schwieriger wird es schon, wenn in der Bewertung tiefgehende Sachkunde behauptet wird; das behauptete Fachchinesisch muss man schon etwas genauer ansehen, um den Unsinn zu enttarnen. Dann gibt es natürlich die gekauften Lobhudeleien – im Dutzend billiger – und das Gegenteil, die Troll-Schmähkritik.
Bei Elektronik und anderen Hartwaren ist man das gewohnt. Die Amazon-Sterne kann man gut ignorieren. Und bei Ärzten? ….
Schlossplatz Badenweiler mit Kurzentrum und Burg (25.9.2020; Foto: Henning Klare)
Badenweiler im Umbruch
Maler und Dichter prägten den Ruf des Ortes. Tschechow ist immer noch hier, aus Bronze gegossen schaut er vom Burghügel ins Land. Die römische Badruine erzählt von jahrtausendalter Badekultur, im 19. Jahrhundert wurde sie als „Markgrafenbad“ (heute: Cassiopeia-Therme) wieder belebt. Der Kurpark ist liebevoll gepflegt, ein Kleinod.
Die Sonne brennt, bei 30 Grad wandern gehen? Kein Problem, wenn man in den Wald geht! Der Wald heizt sich nur langsam auf, da kann man auch erst am späten Vormittag aufbrechen. Von Badenweiler hoch zum Römerberg und dann auf guten Wegen zur Burgruine Neuenfels, das ist auch bei Hitze gut zu schaffen. Eine Gedenktafel erinnert an die Ermordung der letzten Bewohner vor langer Zeit, und hoch von der Mauer hat man einen schönen Überblick über das Markgräflerland. ….
Die alte Dame ist sehr alt. Kinder hat sie, Enkel und Urenkel. Am Telefon meldet sich eine junge Frau. Rebecka heiße sie, sie sei die Enkelin. Und Rebecka braucht Geld, die Oma soll es hergeben. Die Haushaltshilfe der sehr alten Dame hat den Anruf angenommen, sie ist verwirrt. Von einer Enkelin in dem Alter, dass sie Geld für ein Auto braucht, weiß sie nichts. Die Haushaltshilfe fragt nach in der Familie, es war mal wieder der Enkeltrick. Den kennt sogar die sehr alte Dame.