Lageplan des Lagers "Waldfrieden" in Hiltrup am Kanal / Osttor (26.8.1941, mit Baracken, noch ohne Bunker)
Lageplan des Lagers "Waldfrieden" in Hiltrup am Kanal / Osttor (26.8.1941, mit Baracken, noch ohne Bunker)

In Erinnerung an das Ostarbeiterlager “Waldfrieden”

Die Führer des Nationalsozialismus speisten ihre Ideologie der Unmenschlichkeit aus dem Antisemitismus mit seinen Vorbildern seit dem Mittelalter, dem Rassismus, der in der Zeit der weißen Kolonialarroganz aufblühte, und dem Sozialdarwinismus, der die Auslese nach dem Prinzip des Stärkeren vollzog. Die Nazi-Rassenlehre erklärte alle Blonden ….

SPD-Politiker werden 1933 gezwungen, unter Aufsicht der SA Wandparolen zu entfernen © Archiv der sozialen Demokratie
SPD-Politiker werden 1933 gezwungen, unter Aufsicht der SA Wandparolen zu entfernen © Archiv der sozialen Demokratie

Mit dem Hereinbrechen der Weltwirtschaftskrise ab 1930 erstarkten die extremen Kräfte in der deutschen Politik. Die Arbeitslosigkeit nahm ein nie gekanntes Ausmaß an. Begünstigt durch konservative und reaktionäre politische Kreise, die bis weit in das bürgerliche Parteienspektrum hinein reichten, gewann die extreme Rechte in der Hitler-Bewegung ungemein an Einfluss. Die anhaltende Spaltung der deutschen politischen Arbeiterbewegung, die sich alltäglich in scharfen Auseinandersetzungen dokumentierte, begünstigte diesen Aufstieg, verursachte ihn aber nicht. Ende Januar 1933 wurde Hitler Reichskanzler.

1932 durfte Hitler in der Halle Münsterland sprechen, und bei den Kommunalwahlen am 12.3.1933 folgte Münster dem Reichstrend: ….

1944 wurde die „Alte Stiege“ zerstört

Am 30. September 1944 fand einer der zwölf großen Bombenangriffe auf Hiltrup statt. Betroffen war damals vor allem die „Alte Stiege“, heute „An der alten Kirche“. Mehrere Höfe standen in Flammen. Else Kreft geb. Langenkamp erinnert sich genau daran, wie sie damals, am Tag vor dem Erntedankfest, als siebenjähriges Mädchen die Zerstörung ihres Elternhauses und der anderen Gebäude erlebte: ….

Zwei Häftlinge der Organisation Todt in Hiltrup 1944/1945

Jakob Giesbert (genannt Geis) Treur (*1926) und Jan Borsten (*1922) wurden am 10. November 1944 bei einer Razzia in der Stadt Rotterdam durch die SS von der Straße weg abgeführt. Sie trugen nichts bei sich außer einem Ausweis in der Hosentasche.

Gemeinsam mit 30.000 weiteren Männern im Alter von 17-40 Jahren mussten sie in ein Camp marschieren, bewacht von bewaffneten SS-Leuten, die rücksichtslos schossen, wenn jemand es wagte zu fliehen. Die Eltern erhielten keine Nachricht, wo die jungen Zwangsinternierten waren. Erst im Dezember durften sie mit der Bitte um Kleidung Nachricht nach zu Hause geben.

Geis und Jan mit ihren Kameraden ….

Die Prinzbrücke in Hiltrup Mai 1945 (links neben der Brücke der Unterstand des Fährmanns für die provisorische Fähre über den Kanal)
Die Prinzbrücke in Hiltrup Mai 1945 (links neben der Brücke der Unterstand des Fährmanns für die provisorische Fähre über den Kanal)

In der Schlußphase des Zweiten Weltkrieges waren unaufhörlich Bomber und Jäger an Hiltrups Himmel dahingezogen. An einem Sonntag im Mai fielen verschiedene Sprengbomben. Einige Häuser erlitten Totalschaden. Bei einem Volltreffer auf das Buermannsche Haus, ….

Hannelore Scheller erzählt

Mein Großvater arbeitete sich vom Bauern bis zum Oberbahnsekretär bei der Reichsbahn empor, der Vater wurde ein Lastwagenhändler in Münster. Meine Mutter war als Sekretärin eines Medizinprofessors an der Universitätsklinik beschäftigt. Geboren bin ich 1927 in Billerbeck, Kreis Coesfeld („Perle der Baumberge“). Hier bin ich auf den Namen Hannelore getauft. Der Pfarrer wollte mich erst nicht auf diesen Namen taufen; meine Großmutter hat ihm dann gedroht, dass sie sonst nach Münster gehen würde. Fünf Jahre Volksschule, dann sechs Jahre an der Fürstin Gallitzin – Mädchenmittelschule in Münster, ein Jahr höhere Töchterschule in Burgsteinfurt.

Die Schellers gehörten zu den ganz alten hier eingesessenen Familien. Die Gastwirtschaft Scheller war 1860 ….

little more than a heap of rubble, kaum mehr als ein Haufen Geröll: amerikanische und englische Soldaten Anfang April 1945 auf Münsters Prinzipalmarkt

little more than a heap of rubble, kaum mehr als ein Haufen Geröll: amerikanische und englische Soldaten Anfang April 1945 auf Münsters Prinzipalmarkt

Die britische Militärregierung stand vor dem Problem, „ein einfaches und ordentliches Leben“ für die Deutschen zu gewährleisten, wie Oberbefehlshaber Montgomery seine Aufgabe in einer Proklamation vom 30.5.1945 bezeichnete. Dazu mussten die Reste der deutschen Verwaltungen reaktiviert werden. In Münster ernannte die Militärregierung am 14.4.1945 den 74jährigen Justizrat Fritz Carl Peus zum kommissarischen Oberbürgermeister. Ende 1945 gründeten sich demokratische Parteien, ….

SPD-Wahlplakat Bundestagswahl 1969 mit Willy Brandt: Damit Sie auch morgen in Frieden leben können
SPD-Wahlplakat Bundestagswahl 1969 mit Willy Brandt: Damit Sie auch morgen in Frieden leben können

Bei den Bundestagswahlen im Jahre 1969 lag die SPD erstmalig über 40 %. SPD und FDP zusammen hatten mehr Mandate als die CDU/CSU und bildeten die sozialliberale Koalition. Die ‚Ära Brandt‘ begann, eine enorme Reform- und Aufbruchstimmung ergriff das ganze Land. Brandts Leitsätze in der Regierungserklärung am 28.10.1969 „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein“ und „Mehr Demokratie wagen“ wurden berühmt.

In der Zeit um 1969 bis 1971 fand in der münsterschen SPD ein heftiger Umbruch statt. ….

Am 1.1.1975 verlor die Gemeinde Hiltrup ihre politische Selbständigkeit und wurde in die Großstadt Münster eingemeindet. Diese Eingemeindung war für die meisten Hiltruper schmerzlich. Doch musste es auch als neuer münsterscher Stadtteil politisch mit Hiltrup weitergehen. Für die Hiltruper Interessen traten nun die gewählten Ratsherren im Rat der Stadt Münster und die Bezirksvertreter in der Bezirksvertretung Hiltrup ein. Auch die SPD ….