Hiltrup, Bahnhofstraße, Blick nach Osten. Der Wagen auf der Straße ein Cabriolet Wanderer Spezial W 51. Von links: Vielmeyer, Beitelhoff, Hill, Drogerie Säger; von rechts: Averesch, Heßling, Meyer-Suhrheinrich (um 1950; historische Postkarte Sammlung Stoffers (Münsterländische Bank - Stadtarchiv 0104)
Es geht aufwärts
Auch auf der Bahnhofstraße (heute: Marktallee) gab es zunächst wenig Bewegung. Auf der Nordseite der Bahnhofstraße zeigt die Postkarte um 1950 ganz links Haus Nr. 27 (Vielmeyer). Nr. 31/33 dahinter (Beitelhoff) ist mit einigen Umbauten und wechselnden Nutzungen (Installateur, Haushaltswaren, Eisdiele Martini) bis 2026 erhalten. Im nächsten Haus Nr. 35 gibt es 1950 den Laden der Lebensmittelkette „Hill“, dahinter die Drogerie Säger (1971 bis 2024: Rosenapotheke). Erst wenige Jahre später entsteht gegenüber mit Nr. 38-40 ein Neubau mit größerer Ladenfläche für Hill (2025: Drogeriemarkt dm). Das kleine Haus am rechten Bildrand mit der Hausnummer 34 gehört Heinrich Averesch, Schuh- und Kolonialwaren, dahinter (Nr. 36) hat Friseur Heßling sein Ladenlokal (2022 abgebrochen, bis Ende 2025 nicht wieder bebaut); dahinter steht mit einigem Abstand das Wohnhaus des Betonsteinunternehmers Meyer-Suhrheinrich (Nr. 42). ….
Hiltrup-Ost: Ringstraße / St. Marien / Marienschule / Prinzbrücke / Bahnhof (1957; historische Postkarte Sammlung Stoffers (Münsterländische Bank - Stadtarchiv) 0114)
Hiltrup wächst schnell
Neue Baugebiete entstanden an der Ringstraße, Amelsbürener Straße und Lange Straße. In Hiltrup-Ost wurde 1955/1956 die Marienschule gebaut.
Für eine neue Kirchengemeinde in Hiltrup-Ost (ab 1958; 2012 zusammengelegt mit St. Sebastian Amelsbüren und St. Clemens Hiltrup) wurde 1955/1956 die Marienkirche gebaut. Dafür hatten Glasurit 75.000 DM und das Schenckingsche Kalksandsteinwerk 50.000 Steine gespendet, das Hiltruper Röhrenwerk schenkte die Dachkonstruktion im Wert von 18.252 DM (Westfälische Nachrichten, Bericht über die Grundsteinlegung vom 28.7.1955). Der Hiltruper Rat bewilligte 6000DM Zuschuss für die neue Turmuhr von St. Marien, das Zifferblatt fertigte der Hiltruper Kunstschmied Kleine-Wilke an. ….
Wappen stehen für Geschichte. Ursprünglich waren sie Bestandteil von Rüstungen, aus dem 12. Jahrhundert stammen die ersten Darstellungen von Schildzeichen. Blütezeit der Wappen in Europa war die Zeit vom späten 14. bis zum frühen 16. Jahrhundert. Sie dokumentierten eine adelige Herkunft. Im 19. Jahrhundert interessierte sich zunehmend auch das Bürgertum für Genealogie und Heraldik, das Wappenwesen blühte wieder auf. In den 1950er und den 1970er Jahren gab es in Deutschland ein auffällig starkes Interesse an kommunaler Heraldik, Wappen waren als Ausdruck lokaler und regionaler Identität wichtig.
SPD-Wahlplakat Bundestagswahl 1969 mit Willy Brandt: Damit Sie auch morgen in Frieden leben können
Bei den Bundestagswahlen im Jahre 1969 lag die SPD erstmalig über 40 %. SPD und FDP zusammen hatten mehr Mandate als die CDU/CSU und bildeten die sozialliberale Koalition. Die ‚Ära Brandt‘ begann, eine enorme Reform- und Aufbruchstimmung ergriff das ganze Land. Brandts Leitsätze in der Regierungserklärung am 28.10.1969 „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein“ und „Mehr Demokratie wagen“ wurden berühmt.
In der Zeit um 1969 bis 1971 fand in der münsterschen SPD ein heftiger Umbruch statt. ….
Der Stadtteil Berg Fidel war damals, 1970 vor der Eingemeindung von Hiltrup, der Süden von Münster. Für die SPD gehörte das Gebiet zum Ortsverein Süd. Wegen der damals noch in Münster herrschenden Wohnungsnot wurde nach Coerde und dann Kinderhaus auch noch Berg Fidel als neuer Wohnstadtteil ausgebaut. Etliche Parteimitglieder zogen in den neuen Stadtteil.
In dem neuen Stadtteil fehlte jegliche Infrastruktur. Die Probleme waren völlig anders ….
„Als ich mich 1970 bei der Hiltruper SPD meldete, besuchte mich als erster Hans Weiße, der Kassierer. Wir richteten gerade unsere Wohnung ein und Hans Weiße wusste alles, was man dazu brauchte. Die Kassierer waren damals das zentrale Verbindungsglied der Mitglieder zur Partei, und es ging nicht einfach um die Beiträge, sondern auch um einen regelmäßigen Kontakt. Mehr als drei Besuche ….
Die Auswirkungen der „Grenzveränderung“ auf Hiltrup und das Heimatgefühl seiner Bevölkerung
Leo Beck beschäftigt sich in diesem Beitrag mit Hiltrup, dem Stadtteil Münsters, in dem er lebt. Bis zum 31. Dezember 1974 war Hiltrup eine sehr wohlhabende eigenständige Gemeinde, die durch die kommunale Neugliederung des Landes Nordrhein-Westfalen zum 1. Januar 1975 – gegen den Willen ihrer Bevölkerung – in die Stadt Münster eingemeindet wurde, ….
Gegen die (von der SPD abgelehnte) Planung einer A43 an Hiltrup vorbei hatte sich eine Bürgerinitiative gebildet. Die Straßenbauverwaltung des Landschaftsverbandes lehnte im Zuge der Fortschreibung des Bundesfernstraßenbedarfsplans eine A43 zwischen Münster und Gütersloh/Bielefeld ab.
Die CDU-Fraktion forderte weiterhin die A43 und schloss eine Trassenführung der A43 im Norden von Hiltrup nicht aus. In der Bürgerversammlung ….