Warten auf die Planfeststellung

Die Farbe Rot signalisiert Gefahr: Für die Radfahrer ist es auf der Hiltruper Prinzbrücke gefährlich, aber auch die Standsicherheit der Brücke ist in Gefahr (30.4.2018; Foto: Klare)
Die Farbe Rot signalisiert Gefahr: Für die Radfahrer ist es auf der Hiltruper Prinzbrücke gefährlich, aber auch die Standsicherheit der Brücke ist in Gefahr (30.4.2018; Foto: Klare)

Mit der Prinzbrücke geht es langsam voran

Wie geht es weiter mit der Prinzbrücke – wer das Drama um den geplanten Abriss und Ersatz der maroden Brücke verfolgt, die in Hiltrup Radverkehr und die Anbindung eines Gewerbegebiets gewährleistet, rechnet weder in Tagen noch in Wochen. Erst waren es die Unwägbarkeiten münsterscher Ratspolitik – Grün für Bäume, der Rest der Welt für Menschen -, sie verzögerten die Entscheidung über die Planungsvarianten. Dann konnte man die Zähflüssigkeit von Infrastruktur-Planungen beobachten. Im zweiten oder dritten Quartal des Jahres 2017 werde es einen Erörterungstermin im Planfeststellungsverfahren geben, hieß es vor mehr als einem Jahr.

Provisorische Verstärkungen krallen sich an die alte Brücke: Überall Rost (30.4.2018; Foto: Klare)

Provisorische Verstärkungen krallen sich an die alte Brücke: Überall Rost (30.4.2018; Foto: Klare)

Jetzt sind wir ein Jahr weiter, und der Erörterungstermin wird immer noch vorbereitet. In der Zeitrechnung der Prinzbrücke heißt das: Selbst wenn dieser Termin zeitnah stattfindet, wird es Herbst oder Winter werden, bis es einen Planfeststellungsbeschluss gibt. Und dann – tut sich erst einmal nichts. Denn selbst wenn keine Klagen kommen (oder der Bescheid für vorläufig vollziehbar erklärt wird), steht vor dem Baubeginn noch viel weitere Arbeit an. Die Planung muss konkretisiert werden, die Arbeiten müssen ausgeschrieben und Aufträge erteilt werden, und auch in diesem Verfahren lauern etliche Fallstricke. Baubeginn 2019? Das dürfte wohl eher frommer Wunsch als Realität sein.

Nur noch in der Mitte tragfähig: Absperrungen engen die Fahrbahn ein (30.4.2018; Foto: Klare)

Nur noch in der Mitte tragfähig: Absperrungen engen die Fahrbahn ein (30.4.2018; Foto: Klare)

Beschleunigen lässt sich dieser Ablauf kaum. Die Infrastruktur-Baumaßnahmen der öffentlichen Hand leiden alle unter demselben Problem; der Staat hat in mageren Jahren seine Bauverwaltungen personell ausgedünnt, und jetzt fehlt die Kapazität, um den aktuellen Geldsegen umzusetzen. Bauingenieure sind Mangelware, da hilft auch keine Vergabe an freie Büros – auch diese Aufträge müssen sorgfältig vorbereitet, ausgeschrieben und überwacht werden, und ob die freien Büros überhaupt Kapazitäten frei haben ist zweifelhaft.

So wird es langsam spannend: Wie lange hält die rostige Prinzbrücke noch den Schwerverkehr ins Gewerbegebiet aus? Werden wir eines Tages ein Knirschen und Krachen hören und einen BLR-Laster im Kanal versinken sehen?

Noch dürfen Laster über die Brücke, aber sie dürfen schon nicht mehr voll beladen sein (30.4.2018; Foto: Klare)

Noch dürfen Laster über die Brücke, aber sie dürfen schon nicht mehr voll beladen sein (30.4.2018; Foto: Klare)