Profis gegen Amateure: Populisten unter sich

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AfD führt Schwarz-Grün in Münster vor

Das haben sie sich wohl nicht richtig überlegt. Dabei hatten die Schwarzen und die Grünen in Münsters Rathaus das so schön ausgedacht. Grün ist gerade Mode, und das öffentliche Wohlwollen für Fridays-for-future wollten die münsterschen Parteipolitiker gern auf sich lenken; wollten bürgerschaftliches Engagement vereinnahmen und in Wählerstimmen ummünzen. So entstand die populistische Idee, den Klimanotstand in Münster auszurufen. Notstand, die Vokabel zieht, und harmlos war die Sache auch. Denn das Ausrufen des Notstands verpflichtet zu nichts. Die Münsteraner fliegen weiter nach Herzenslust in der Welt herum und fahren immer mehr Auto, und klimaschädlich produziertes Fleisch essen sie auch sehr gern.

Die Sache lief erst ganz gut. Bundesweit kam Münster in die Zeitung, ein gelungener Coup. Doch dann kam die AfD. Ausgerechnet die Profi-Populisten von der AfD zeigten den Möchtegern-Ökos in Münster, wo der Hammer, nein wo die Harke hängt, die mit den vielen spitzen Zinken. Stellten einen Antrag: Bäume pflanzen, E-Auto fahren, kein Fleisch mehr in der Kantine – eine besonders spitze Harken-Zinke, wenn man an die erbitterte Diskussion um den Veggie-day denkt. Und nicht mehr fliegen, schreibt ausgerechnet die AfD, die doch den Klimawandel für Fake-News erklärt. Politiker, bleibt am Boden!

So leid es tut, ausgerechnet die AfD hat diesmal Recht. Politiker sollten am Boden bleiben. Sollten die Bürgerinnen und Bürger nicht mit hohlen Phrasen ohne Wert belästigen, nur weil die verwendeten Vokabeln gerade Konjunktur haben. Überlasst den Populismus der AfD! Handeln statt Reden, Taten statt warme Luft! Erhaltet damit die Glaubwürdigkeit, das Vertrauen in die Verlässlichkeit von demokratisch legitimierter Politik, auch an der Basis einer kleinen Großstadt in Westfalen ist das nötig. Und den Urlaub, den könnt ihr tatsächlich statt auf Teneriffa besser in den Baumbergen verbringen. Mit dem Rad.

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