Klopapier, sonst nichts

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Sternmagnolie (17.3.2020; Foto: Klare)
Sternmagnolie (17.3.2020; Foto: Klare)

Corona, in Hiltrup noch nicht angekommen?

In den Gärten blüht es, als gäbe es keine Probleme. Es geht um Leben und Tod, verkündet zur selben Zeit der NRW-Ministerpräsident. Vermeiden Sie soziale Kontakte, raten Fachleute und Politiker: Der Corona-Virus ist hoch ansteckend, je langsamer er sich ausbreitet, desto weniger Tote wird es geben.

Wie gehen die Hiltruper damit um? Ist die Marktallee menschenleer, haben die Geschäfte geschlossen?

Normaler Betrieb auf der Baustelle (17.3.2020; Foto: Klare)

Normaler Betrieb auf der Baustelle (17.3.2020; Foto: Klare)

Eine kurze Erkundung bringt Ernüchterung. Die Baustelle Am Klosterwald 9 ist in vollem Betrieb. Das Radio beschallt die Nachbarschaft, die Bauhandwerker sind bei der Arbeit. Hier meidet niemand soziale Kontakte, der Bau muss fertig werden.

Wo sind die Kinder geblieben? (17.3.2020; Foto: Klare)

Wo sind die Kinder geblieben? (17.3.2020; Foto: Klare)

Auf der Max-Winkelmann-Straße sind noch Spuren von Kindern, aber wo sind sie geblieben? Trotz Schul-Schließung spielen keine Kinder mehr auf der Straße. Auf dem Spielplatz zwei Kleine, die Mutter (?) sitzt mit einem Buch auf der Bank in der Sonne.

Strickwolle, Stoffe & Co: Alles wie immer (17.3.2020; Foto: Klare)

Strickwolle, Stoffe & Co: Alles wie immer (17.3.2020; Foto: Klare)

Einige Schritte weiter der Stoffmarkt: Das Geschäft hat normal geöffnet. Daneben klingelt ein Taxifahrer an der Tür – transportiert er gerade den Virus?

Open (17.3.2020; Foto: Klare)

Open (17.3.2020; Foto: Klare)

Nebenan hat der Änderungsschneider offen. Wer will es ihm verdenken? Der Einnahmeausfall würde ihn hart treffen, wenn er zu macht.

Eine Gruppe von Jugendlichen läuft vorbei. Sie nutzen die schulfreie Zeit, um sich zu treffen, um eng nebeneinander zu bummeln und sich von Gesicht zu Gesicht zu unterhalten. Sie schaffen ideale Bedingungen für die Weitergabe des Virus.

Textilien, das ganz normale Bild (17.3.2020; Foto: Klare)

Textilien, das ganz normale Bild (17.3.2020; Foto: Klare)

Das Textilgeschäft an der Marktallee signalisiert mit den Auslagen vor der Tür normalen Betrieb. Auf der Straße sind nicht weniger Leute unterwegs als sonst auch um diese Uhrzeit.

Klopapier auf dem Heimweg (17.3.2020; Foto: Klare)

Klopapier auf dem Heimweg (17.3.2020; Foto: Klare)

Aber dann: Klopapier. Eine neue Lieferung muss in Hiltrup eingetroffen sein. Vor der Bäckerei Schrunz begegnet uns das erste Zehnerpaket.

"Vorübergehend geschlossen" (17.3.2020; Foto: Klare)

„Vorübergehend geschlossen“ (17.3.2020; Foto: Klare)

Nebenan gibt es erste Hinweise, dass die Welt wohl doch aus den Fugen ist. Das Tanzstudio hat „vorübergehend geschlossen“.

Bis auf weiteres geschlossen (17.3.2020; Foto: Klare)

Bis auf weiteres geschlossen (17.3.2020; Foto: Klare)

Auch der Juwelier Raring hat zu, „zum Schutz unserer Kunden und Angestellten“ – einige haben doch verstanden, wie ernst die Lage ist.

Ein Zehnerpaket ergattert (17.3.2020; Foto: Klare)

Ein Zehnerpaket ergattert (17.3.2020; Foto: Klare)

Dann kommt das nächste Paket Klopapier angelaufen – und verschwindet im Café Klostermann. Paket Nummer 3 kommt gleich hinterher.

Mehr lesen (17.3.2020; Foto: Klare)

Mehr lesen (17.3.2020; Foto: Klare)

Die Buchhandlung hat ihr Schaufenster weit vorausschauend dekoriert. Wir könnten alle ein bisschen mehr lesen, wie wahr, wenn erst einmal die allgemeine Ausgangssperre verfügt ist!

Noch mehr Klopapier (17.3.2020; Foto: Klare)

Noch mehr Klopapier (17.3.2020; Foto: Klare)

Wieder begegnet uns ein Zehnerpaket Klopapier. Gibt es denn keine anderen Sorgen? Offensichtlich nicht.

Ein Geschäftsmann erzählt, wie Hiltruper mit dem Virus umgehen: Kommt die Kundin mit Mundschutz in den Laden. Kommt gerade aus Italien, sagt sie. Und hat gar kein schlechtes Gewissen dabei. Sie könnte den Virus tragen, mit jedem Atemzug könnte sie den Virus an das Personal im Laden weitergeben – es interessiert sie nicht. Nur der Kaufmann fühlt sich verantwortlich für seine Leute. Und er weiß: Seine Kosten laufen weiter, wenn er den Laden schließen muss.

Bislang appellieren Politiker und Fachleute an die Vernunft der Bürger. Wenn die Bürger unvernünftig handeln, wird eine Ausgangssperre nicht zu vermeiden sein.

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