Es war einmal ... ein sicherer Messenger

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SIMSme in Investoren-Hand

Facebook, Whatsapp & Co, Nase voll? Man musste eigentlich nur seinen Verstand bemühen. All diese angeblich kostenlosen social media leben davon, dass sie ihre Nutzer ausspionieren, dass sie ihre Nutzer mit deren privatesten Daten zahlen lassen. Da war es mal eine interessante Alternative, als die Deutsche Post einen eigenen Messenger auf den Markt brachte, SIMSme, mit dem Versprechen, dass die Daten vollständig verschlüsselt übertragen wurden und auf Servern in Deutschland blieben.

SIMSme hakte zunächst, die Zahl der Nutzer war nicht hoch, aber man konnte sich darauf einlassen; warum sollte Zuckerberg die private Familienkommunikation mitlesen? Nach und nach entwickelte sich das Projekt, funktionierte reibungslos und lief auch auf Hardware mit älteren Android-Versionen.

Das ist jetzt vorbei. Die Post hat SIMSme an private Investoren übergeben, an die Gründer von GMX. Das Post-Logo klebt noch drauf, weil die Post irgendwie noch beteiligt ist, das ist aber auch Alles. Die Investoren haben ihren eigenen neu entwickelten Messenger mitgebracht, ginlo, und haben die SIMSme-Kunden in diese neue Software überführt. Seitdem hakt es ohne Ende. Das Ding läuft nicht auf alter Hardware, stürzt regelmäßig ab, dann kommen Fehlermeldungen: Bitte neu starten, oops „Beim Laden der Channels ist etwas schief gelaufen“, Chats sind plötzlich nicht mehr vorhanden – und dann die Kardinalfrage: Kann man denen trauen? Der Post konnte man noch abnehmen, dass dieser Messenger aus der PR-Kasse finanziert wurde, aber die Neuen? Der Finanzvorstand von ginlo ist kein Wohltätigkeitsmanager, gleiches gilt für den Investor Stiefel (Mitgründer der Mediamärkte). Die Business-Version von ginlo soll angeblich den kostenlosen privaten Messenger mitfinanzieren – kann man dem dauerhaft trauen? Auch Whatsapp sollte nach der Übernahme durch Facebook unabhängig bleiben und wurde dann doch von Facebook vereinnahmt.

Solange es für die digitalen Messenger keine absolute, strafrechtlich geschützte Vertraulichkeit gibt – wer fremde Briefe öffnet, kommt in den Knast -, ist Vorsicht angebracht. Und dann gibt es ja auch andere Anbieter, Threema zum Beispiel. Da muss man etwas zahlen, da weiß man auch nicht so ganz genau, ein dummes Gefühl bleibt immer, aber vielleicht doch ein etwas besseres Gefühl?

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