Münsters Kramermahl 2026
Nun haben sie es wieder getan. Im münsterschen Rathaus haben sich die münsterschen Kaufleute versammelt und ihre münsterschen Fräcke vorgeführt. Es ist eine Interessenvertretung der Kaufleute. Seit fast 200 Jahren besteht der Verein, aber erst seit 1956 veranstaltet er einmal im Jahr sein Mitgliedertreffen als Kramermahl. Ehrengast war 2026 der Vorstandsvorsitzende von Mercedes. Der nutzte die Gelegenheit, vom Staat Geld zu fordern, d.h. öffentliche Ladestationen für Elektroautos.
Man trägt Frack zu dieser Gelegenheit. Die gepuderten Zöpfe des 18. Jahrhunderts sind zwar abgeschnitten, aber die Kleidung ist unverändert seit der Gründung des Vereins im 19. Jahrhundert. Die Kleiderordnung steht als Symbol für das sich-nicht-Anpassen. So war es konsequent, einen Vertreter der Industrie einzuladen, die in Deutschland den technologischen Wandel der Mobilität verschlafen hat. Ein Amerikaner hat vorgemacht, wie man neue Technik in den Markt bringt – und wie man als Unternehmer die nötige Infrastruktur schafft. Die Chinesen haben still und leise die neue Technik erobert. Die deutsche Wirtschaft im Frack hat das ignoriert. Ignoranz nennt man das.
Es war ein bemerkenswertes Zeichen, dass Münsters grüner Oberbürgermeister ohne Frack zu diesem Termin gekommen ist.
PS: Der Verein der Kaufmannschaft schmückt sich auf seiner Internetseite auch nach dem Kramermahl 2026 noch mit dem verflossenen CDU-Oberbürgermeister.
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