Delikatessen vom Discounter?
Lachs kann eine Delikatesse sein. Und wenn einem danach ist, kauft man besser nicht das Zeug aus der Massentierhaltung. Wildlachs, frei im Meer schwimmender Lachs, schmeckt einfach besser. Hat nicht auf engstem Raum wachsen müssen, hat keine Antibiotika und Farbstoffe im Fischmehl fressen müssen.
Delikatessen sind teuer, und sie schmecken auch nur gut, wenn man sie nicht täglich isst. Einmal gönnt man sie sich, einmal wird einem die Schöpfung ja vielleicht verzeihen.
Wildlachs gibt’s auch bei Aldi. „Verarbeitet und abgepackt in Polen“ steht klein gedruckt auf der Rückseite. Beim Öffnen bietet sich ein chaotisches Bild. Unregelmäßige Scheiben liegen wild durcheinander – na ja, was soll’s. Aber gut sieht er aus. Dann nimmt man die Scheiben auseinander und fängt an wegzuwerfen. Was sind das für merkwürdige helle Teile dazwischen? In der zweiten Lage, so dass man es nicht gleich sieht, finden sich – ja wie soll man es nennen? Eine Art Sehnen, helles hartes ungenießbares Gewebe. Kann mal vorkommen, sagt man sich. Aber in der nächsttieferen Lage stößt man auf dasselbe. Oder spuckt es aus, weil es unzerkaubar zwischen den Zähnen hängt.
Ja, man könnte die Packung reklamieren. Die Aldi-Mitarbeiter haben Anweisung, bei Reklamationen nicht groß nachzufragen, sondern gleich umzutauschen. Will man die armen Leute damit aufhalten? Es reicht schon, dass Aldi Buch führt über ihre Arbeitsleistung. Da wird genau erfasst, wie viele Artikel pro Minute die verschiedenen KassiererInnen über den Scanner schieben.
Und was nützt es? Wer sich mit Reklamationen an die Aldi-Zentrale wendet, darf umtauschen. Eine Stellungnahme in der Sache bekommt er nicht.
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