Wenn es nicht so traurig wäre

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Karstadt macht zu, und in der City tut sich ein großes schwarzes Loch auf? Münster ist gerade noch davon gekommen, meint man; die zwei großen Kaufhäuser, Galeria und Karstadt in Münster bleiben, der Kelch ist noch einmal an Westfalens Hauptstadt vorüber gegangen?

Mit der Tageszeitung kommt der gewohnte umfangreiche Prospekt jetzt unter der einheitlichen Marke „Galeria Karstadt Kaufhof“. Der Preis für den Trockner ist gut, die Lieferung kostenlos, und der alte Trockner hat gerade den Geist aufgegeben, also rein ins Online-Vergnügen. Das alte Karstadt-Onlinekonto funktioniert noch, es läuft jetzt unter galeria.de. Einloggen, Warenkorb, Lieferoption auswählen. „Komfortlieferung“ wird noch akzeptiert, dann hängt die Internetseite. Die Lieferadresse lässt sich nicht angeben, man kann so oft klicken wie man will.

Nächster Versuch am nächsten Tag. Das gleiche Spiel. Also Anruf per Telefon. Es meldet sich eine verkrächzte Ansage, dann die Warteschleife, dann wird nach der Kundenzufriedenheit gefragt, dann ist das Gespräch zu Ende. Nanu? Zweiter Versuch, nach relativ kurzer Zeit meldet sich eine freundliche Mitarbeiterin: Am Vortag habe es eine Störung gegeben. Sie sucht und findet das Kundenkonto, dann hängt auch sie fest. Nur Vorkasse geht, das möchte man doch lieber nicht wagen. Aber eine Onlinebestellung als Gast sei möglich – man dankt, legt auf und versucht erneut die Online-Bestellung, diesmal als Gast. Das lässt sich besser an, jetzt kann auch eine Lieferadresse eingegeben werden, also weiter zur Zahlungsart. Zahlung per Kreditkarte kann angewählt werden, die Daten werden eingegeben, dann: geht nichts mehr. Also zurück, Lieferung auf Rechnung. Zahlungspflichtig bestellen, ja auch das kann angeklickt werden. Und dann: Geht wieder nichts. Keine Bestellbestätigung, kein gar nichts, nur eine Mitteilung im Browser, dass sich der Zahlungsdienstleister von galeria.de (adyen.com) und Kaspersky nicht verstehen, nichts geht mehr.

Kommt der Trockner jetzt oder nicht – das erscheint einem langsam schon beinahe unwichtig. Viel größer ist die Sorge: Schafft Galeria es noch? Oder gehen demnächst auch offline die Lichter aus?

Der nächste Anruf beimServicetelefon von Galeria bringt zumindest eine Erkenntnis. Auch die Galeria-MitarbeiterInnen haben ein IT-Problem. Und die Bestellung des Trockners? Die existiert nicht, jedenfalls nicht im System.

„Versuchen Sie es in einer halben Stunde noch einmal.“ Wie lange noch?

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