Von Mäusen und Begonien

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Knollenbegonie im August (1.8.2019; Foto: Klare)
Knollenbegonie im August (1.8.2019; Foto: Klare)

Oder: Hase und Igel im Blumenkasten

Freude an Blumen und nicht genug Sonne? Die Geranien haben im Vorjahr gekümmert, weil sie nicht genug Licht bekamen? Kein Problem, hier ist der richtige Einsatzort für Begonien. Genügsam und robust lassen sie ihre Blüten leuchten, wo andere kümmern; strahlendes Rot, Signalorange, Gelb, die übersieht man nicht.

Hat man daran seine Freude gehabt, lässt man sie im Herbst nicht gern verfrieren. Also ab in den Keller: Die Knolle aus der Erde nehmen, das Grünzeug abbrechen und „nackt“ auf Zeitungspapier. So auch im vorigen Jahr. Im Frühjahr (besser schon im Februar) die trockenen Knollen wieder in frische Blumenerde (natürlich ohne Torf) – verdammt, wo ist bei denen eigentlich oben und unten? Ist aber egal, ihre Triebe finden schon ganz allein den Weg nach oben ans Licht. Feucht halten, ein wenig Geduld, und schon sind sie da.

Nach den Eisheiligen kamen die Kästen also wieder an ihren Ort, und die Begonien taten, was sie sollten. Sie trieben gut aus, es war eine Freude. Nur drei von ihnen kamen einfach nicht in die Pötte; zeigten mal ein bisschen Grün, dann war es aber auch schon wieder weg. Ihren Nachbarn ging es merkwürdigerweise gut: alle Blätter dran, gutes Wachstum! Das mussten Schnecken gewesen sein – Schneckenkorn aller Fabrikate musste ran. Und verschwand genauso schnell wie das Grün. Kein Schleim, keine eingeschrumpelten Schnecken, und jeden Morgen dasselbe Bild: kurze abgefressene Stengel. Ob das wohl Mäuse waren?

Die frischen Begonien-Triebe sind über Nacht abgefressen (1.8.2019; Foto: Klare)

Die frischen Begonien-Triebe sind über Nacht abgefressen (1.8.2019; Foto: Klare)

Leere Marmeladengläser gab es genug im Haus, also bekamen die drei Kummer-Begonien Glashäuser übergestülpt. Sie gediehen bestens, besser als ein Marmeladenglas fassen kann. Deshalb mussten die Gläser runter, und schon waren die Stengel wieder abgefressen.

Das mussten Mäuse gewesen sein, zahlreich huschen sie dies Jahr durch den Garten. Wenn die Katzen schon nicht nachkommen, dann muss eben Super Cat ran, die Patent-Mause-Lebendfalle aus dem Baumarkt. Denn totschlagen mit der guten alten Bügelfalle, das hätte zu viele zarte Seelen in Haus und Garten verstört. Super Cat funktionierte bestens. Schon nach ganz kurzer Zeit saß die erste Feldmaus in dem grauen Plastikkasten und wurde im Triumphzug zum Rotenberge eskortiert. Hier durfte sie zur Freude der Kinder aus der Röhre geschüttelt werden und sich verdrücken.

Neuen Köder in die Falle, ha, denen werden wir’s zeigen.

Super Cat: Die nicht mausefeste Mausefalle (1.8.2019; Foto: Klare)

Super Cat: Die nicht mausefeste Mausefalle (1.8.2019; Foto: Klare)

Und die Maus zeigte es uns. War nicht faul, brauchte ihre Zähne und zerlegte die Super Cat. Groß war das Loch nicht, das der Ausbrecher in das Plastik nagte, aber groß genug für die kleine Maus. Lecker war der Köder gewesen, dafür hatten sich ein paar Stunden Angst und Arbeit vielleicht doch gelohnt…

Rote Knollenbegonie (1.8.2019; Foto: Klare)

Rote Knollenbegonie (1.8.2019; Foto: Klare)

Die Nachbarbegonien blühen. Die Blätter schmecken den Mäusen offensichtlich nicht mehr, wenn sie nur erst mal groß genug geworden sind. Und wir sind auf der Suche nach einer neuen Patent-Falle. Aus Panzerstahl – wir kriegen euch doch noch!

Die Billig-Falle funktioniert (3.8.2019; Foto: Klare)

Die Billig-Falle (3.8.2019; Foto: Klare)

Gepanzerte Mausefallen – wer im Internet danach sucht, findet alles Mögliche. Mit Fenster, mit Aufenthaltsraum für ganze Mausefamilien, mit Wipp- und Klappmechanismus, doch nirgendwo findet man einen belastbaren Hinweis, welche Konstruktionen wirklich etwas taugen. Die üblichen „Testseiten“ im Internet bieten allgemeines Blabla, am Ende steht dann der verschämte Hinweis, dass die Stiftung Warentest bislang keine Mausefallen getestet hat. Ein gutes Beispiel für solche Pseudo-Tests ist die Computer-Bild mit ihrem „Mausefallen-Vergleich 2019 / Auf dem Test- und Vergleichsportal von COMPUTER BILD präsentieren wir Ihnen die besten Mausefallen“. Computer-Mäuse und Feldmäuse haben wohl doch zu wenig gemein.

Was blieb anderes als der erneute Weg in den Baumarkt. Im zweiten Anlauf blieb die nicht bissfeste Super Cat auf der Seite, und das no-name-Billigprodukt aus Holz und Draht kam zur praktischen Erprobung in den Blumenkasten mit den Begonien. Das Ding funktioniert! Wenige Stunden später war der nächste Gefangene zu besichtigen, ein wirklich niedliches Mäuschen, dem der Schreck den Appetit auf den Rest Käse verdorben hatte. So ging wieder ein Gefangenentransport zum Rotenberge, und die Billig-Falle liegt weiter im Blumenkasten auf der Lauer. Erste Bilanz der Billig-Falle nach 24 Stunden Einsatz: 5 Gefangene!

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