Recycling-Blumen: Geranien und Begonien

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Ab in den Winterschlaf: Geranie im Herbst (22.11.2021; Foto: Henning Klare)
Ab in den Winterschlaf: Geranie im Herbst (22.11.2021; Foto: Henning Klare)

Der Herbst ist Gartenzeit

Der Herbst 2021 ist so freundlich zu den Balkonblumen wie kein anderes Jahr zuvor. Bis Mitte November hat es nur in einer Nacht leichten Frost gegeben, und die Geranien und Knollenbegonien haben ihn noch ohne Schaden überstanden. Auch für die nächsten Nächte ist weiter mildes Wetter angesagt, aber irgendwann muss dann doch Schluss sein. So weh es dem Gärtner tut: Wenigstens von den ungeschützten Standorten werden die Blumenkästen hereingeholt, und die immer noch üppig blühenden Geranien werden brutal herunter geschnitten. Aber Geranien sind keine Wegwerfartikel, sie wandern nicht in den Müll und auch nicht auf den Kompost.

Stehende Geranien im Sammelbehälter für das Winterquartier (22.11.2021; Foto: Henning Klare)

Stehende Geranien im Sammelbehälter für das Winterquartier (22.11.2021; Foto: Henning Klare)

Auf ca. 10 Zentimeter Länge werden alle Triebe herunter geschnitten, die Erde wird von den Wurzeln entfernt. Nackt kommen sie dicht an dicht in einen leeren Blumenkasten. Trocken können sie den Winter in der Garage oder in einem anderen frostgeschützten Quartier überdauern. Im nächsten Frühjahr beginnen sie zu treiben und bekommen etwas Wasser. Die leeren Blumenkästen werden gereinigt, auch die kleinen Schnecken, die darin überwintert haben, werden entfernt. Mit frischer torffreier Blumenerde (oder einem Gemisch von Blumenerde und Gartenerde) werden die unansehnlichen Geranienstrünke dann in die gereinigten Blumenkästen gepflanzt und kommen nach draußen, sobald das Wetter das zulässt.

Stehende Geranien kann man so Jahr für Jahr wiederverwenden. Die meisten schaffen den Neustart im Frühjahr. Nachbars neu gekaufte Geranien aus dem Gartencenter sehen Ostern zwar viel besser aus, sie kommen schon blühend in den Topf. Unsere überwinterten Geranienstrünke müssen sich dann erst einmal besinnen und austreiben. In dieser Zeit sehen sie nach nichts aus. Den Rückstand holen sie aber schnell auf; die alten kräftigen Pflanzen sind meist viel stämmiger als die neu gekauften und bedanken sich mit üppigem Wachstum und üppiger Blüte bis zum Herbst.

Mit hängenden Geranien kann man das auch versuchen, aber: Im Herbst haben sie im Gegensatz zu den stehenden ihre beste Zeit schon hinter sich, und nur wenige schaffen es über den Winter. Vielleicht weiß jemand, wie man auch sie gut über den Winter bringt?

Begonien-Knolle (22.11.2021; Foto: Henning Klare)

Begonien-Knolle (22.11.2021; Foto: Henning Klare)

Die Knollenbegonien haben sich den Sommer über den Platz im Garten mit den Geranien geteilt, auch sie blühen bis zum Herbst. Im Herbst werden die Stängel glasig, die Pflanzen begeben sich zur Ruhe. Bevor der Frost ihnen schaden kann, werden auch sie aus der Erde genommen und kommen in ein trockenes frostfreies Winterquartier. Viele Formen und Farben gibt es für verschiedene Standorte. Damit sie im nächsten Frühjahr wieder an die richtigen Stellen gepflanzt werden, bekommen sie in der Ruhezeit Schilder umgehängt: Die große gelb-rote Begonie hat ihren festen Platz im Garten!

Viel Mühe für ein paar Pflanzen? Blumen werden meist zum Verbrauch gekauft. Topfblumen sind genauso wie Schnittblumen beim Discounter billig zu haben, entsprechend gering ist die Wertschätzung. Wie billige Elektronikspielzeuge kommen auch die Geranien aus China, dort werden die winzigen Pflänzchen erzeugt und wandern dann zur weiteren Aufzucht nach Europa. Ob man diese weltweiten Warentransporte mit der Balkonbepflanzung weiter ankurbeln will, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Aber es gibt eine Erfahrung, die man nur mit den Pflanzen aus dem Vorjahr machen kann: Zusehen, wie die trockenen alten Strünke im Frühjahr lebendig werden, von Tag zu Tag ihr Wachstum beobachten, sich über die ersten Blüten freuen – Das kann man nicht beim Discounter kaufen. 

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