Autsch: Wer spricht denn da?

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Geifer rinnt aus dem Internet. Herrn Höcke kann man sich anhören und ansehen – man sollte das tun! -, geifernde Hetze kommt entgegen. Zuhörer jubeln ihm zu. Wollt Ihr den totalen Krieg?

Geifer tönt aus dem Radio. Herr Loroch von der größeren Eisenbahnergewerkschaft beleidigt die Menschen, die ihm in den Tarifverhandlungen als „Partner“ gegenübersitzen.

Geifer kommt aus der Bauern-Ecke. Proteste, wie man sie noch nie gesehen hat, werde es geben.

Geifer trieft von den Drohungen der paar Lokführer. Sie vergleichen den Bahn-Vorstand mit Generälen der DDR-Armee NVA. „Die Eisenbahner früher waren es gewohnt, mit den vier Jahreszeiten umzugehen. Alles Eigenschaften, die uns diese Nieten in Nadelstreifen kaputt gemacht haben. Das sind die, die diese Eisenbahn in die Grütze fahren!“ Dessen Vorstand hatten sie bereits einen Tag zuvor mit Generälen der DDR-Armee NVA verglichen.

Sächsisch tönt es aus dem Radio. Die Stimme kennt man doch, wenn man etwas älter ist: Spricht da nicht gerade Ulbricht kurz vor dem Mauerbau seine berühmten Sätze: Niemand habe die Absicht, eine Mauer zu errichten? Ekel kommt auf, aber es ist dann doch nur Weselsky.

„Die dümmste Regierung Europas“ keift dann eine „Ikone“ der Linken in Deutschland. Oder war das doch die Stimme der KPD, auferstanden aus den 1920er Jahren in ihrem Sektierertum und stalinistischen Kampf gegen die Demokratie?

Man ist es so leid. Die Kinder begeistern sich für Rap, für primitivsten Frauen- und Judenhass. Die Älteren – von Erwachsenen mag man nicht reden – tun dasselbe. Brutalität und Hass in der persönlichen Verleumdung. Nur Inhalte, Ansätze vernünftiger umsetzbarer Lösungen für unsere Probleme liefern weder die AfD noch Herr Merz in seiner Dauerwut über die verlorene Wahl.

So versucht man, wenigstens im privaten Umfeld ein wenig Menschlichkeit zu leben. Helfen, wo Hilfe nötig ist. Der Familie mit dem todkranken Kind, jetzt liegt der Vater auf den Tod in der Klinik, die Mutter braucht Unterstützung: Hier muss vor Ort geholfen werden, 200 Kilometer weit weg. Aber Herr Ulbricht – pardon: Weselsky legt gerade den Verkehr lahm. Die Helferin hat kein Auto und strandet in Hamm statt in der Provinz an der Weser.

Bitter kann man werden. Natürlich ist der Herr mit der sächsischen Aussprache strafrechtlich nicht zu belangen. Natürlich dürfen all die Höckes, Lorochs, Rukwieds, Wagenknechts die Freiheit der Meinungsäußerung strapazieren, bis sie abgeschafft ist. Aber wir wollen das alles nicht mehr.

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