Mit Schwung ist der VorLeseClub in sein 20. Jahresprogramm gestartet. Im Jahr 2006 trat der VorLeseClub zum ersten Mal mit einer Lesung vor sein Publikum in Hiltrup, nach und nach wurden es mehr als 200 Lesungen. Einmal im Jahr treffen sich die Vorleserinnen und Vorleser und diskutieren Ideen für das nächste Jahresprogramm. Im Januar 2026 war es wieder so weit, und es war – wie jedes Mal – ein kreatives Brainstorming. Alle Mitglieder brachten dazu ihre Themenvorschläge mit, die sie sich im Laufe des vergangenen Jahres notiert hatten. Dann wurde abgestimmt, Termine wurden verabredet, und das neue Jahresprogramm 2026 kann in den Druck.
Diese Themen-Diskussion bedeutet jedesmal konzentrierte Arbeit. Sie beginnt deshalb schon am späten Nachmittag, damit anschließend ausreichend Zeit für ein gemeinsames Essen im privaten Rahmen bleibt. Das ist die Gelegenheit für einen offenen Austausch: Nicht nur die Rahmenbedingungen und Themen der Lesungen wechseln. Neue Mitglieder haben sich in die Probenarbeit eingebracht, hier kann man zwanglos miteinander reden.

Das Hiltruper Museum hat sich als Veranstaltungsort für viele Lesungen des VorLeseClubs etabliert. Die meisten Wechselausstellungen im Erdgeschoss des Museums lassen parallel auch Lesungen und ähnliche Veranstaltungen zu. Das Museum liegt zentral, ist im Erdgeschoss barrierefrei und bietet eine sehr passende Atmosphäre.

Am 3. März 2026 war das Hiltruper Museum schon für die zweite Lesung diesen Jahres vorbereitet. Der Lese-Tisch war präpariert mit freundlicher Dekoration und – natürlich – etlichen Texten, im Hintergrund waren Kaffee und Plätzchen für ein treues Publikum angerichtet.

Das relativ umfangreiche Programm mit dem Thema „Grenzgänger“ versammelte recht unterschiedliche Texte. „Der alte König in seinem Exil“ von Arno Geiger stand für einen Grenzgang der besonderen Art. Der Autor erlebt seinen Vater in dessen eigener Welt, auf die er sich einlassen muss – Ja, so war es auch bei meinem Bruder, solche leisen Kommentare konnte man dazu hören.

In „Winterbienen“ beschreibt Norbert Scheuer einen Menschenschmuggel. Flüchtlinge werden während der NS-Zeit in Bienenkörben über die grüne Grenze nach Belgien gebracht. Vergangenheit, anrührend geschildert und gleichzeitig sehr nah an den unendlichen Flüchtlingsströmen der Jetztzeit.

Peter Ilskensmeier setzte den Kontrast mit einem Text von Rock Scully „Den Drachen jagen“. Der langjährige Manager einer Rockband begleitet einen Musiker auf dessen ganz besonderem Trip. Das ist umwerfend komisch erzählt und zugleich ganz nah an unserer Wirklichkeit. Zusammen mit den weiteren Texten einmal mehr ein vielschichtiges Programm. Nachdenkliches, Aktuelles und Urkomisches fügte sich stimmig zusammen.
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