Hiltrup tropft
Der Tropfen hängt unter der Nase, und sie lässt es sich nicht verdrießen: Den Hiltruper Kaufleuten auf der Marktallee war das Wetter nicht hold. Ob der Mond überhaupt zum Moonlight-Shopping erschienen war, es ließ sich nicht feststelle.

Feucht und dunkel war es in Hiltrup-City. Man konnte es den Hiltrupern nicht verdenken, die Marktallee war nicht wirklich einladend. Und das, obwohl die Kaufleute sich Mühe gaben: Am Freitagnachmittag mochte bei diesem Wetter kaum jemand flanieren. Zwei Kunden in sechs Stunden, berichtete einer, in dessen Laden eigentlich immer etwas los ist.

Wohin geht man, wenn einem bei solchem Wetter die richtige Erleuchtung fehlt? Zu St. Clemens vielleicht. Magische Lichter weisen nach oben, aber auch ins Innere der Kirche.

Man muss nicht religiös sein, allein der hohe Raum hat seine ganz eigene Wirkung. Das ungewöhnliche Licht lässt neu hinsehen, schwebende Livemusik lädt ein, zur Ruhe zu kommen und sich den Eindrücken hinzugeben.

Umso größer ist der Kontrast, tritt man aus diesen übersinnlichen Sphären wieder hinaus: Dunkel, trüb, nass ist der Abend.

Auch hier kann man Bilder auf sich wirken lassen. Eine Art Eisberg, mitten auf der Marktallee?

Aber die Eiszeit ist lang vorbei, hat nur ein wenig Sand auf der Hohen Geest, dem Rothen Berge, hinterlassen. Martini leuchtet, einsames Lichtsignal in der Dunkelheit.

Einsam liegt auch Onkel Alex da. Eine Ladentheke wie in der „guten alten Zeit“, still wartet sie auf Kundschaft.

Vom Eis zum Feuer – eine einsame Flamme flackert in der Dunkelheit.

So muss die Lesende recht eisig vor ihren Büchern sitzen, …

…, und einsam steht das Rad im Regen.
Kommentare
Keine Kommentare
Kommentare